Umsatz 2023: $ 2,664 Mrd. (€ 2,464 Mrd.)
Überblick
Gannett Co. Inc. besitzt die größte Zeitungskette der USA, darunter die Boulevardzeitung USA Today als wichtigste Publikation. Entstanden 2015 nach Aufspaltung des ursprünglichen Medienkonzerns Gannett (1923 gegründet) in eine Printsparte und einen Online- und TV-Bereich (TEGNA, auf Platz 75 des IfM-Rankings).
Ein aktualisiertes, vollständiges Konzernporträt erscheint in Kürze.
Basisdaten
Hauptsitz:
7950 Jones Branch Drive
McLean, Virginia 22107-0910
USA
Telefon: 001 703 854 6000
Internet: investors.gannett.com/corporate-profile
Branche: Zeitungen, Zeitschriften, Nachrichtenagentur, Druckereibetriebe
Rechtsform: Aktiengesellschaft
Geschäftsjahr: 01.01. – 31.12.
Gründungsjahr: 1906
Ökonomischen Basisdaten (in Mio. US$)
| 2023 | 2022 | 2021 | 2020 | 2019 | 2018 | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatz | 2.664 | 2.945 | 3.208 | 3.406 | 1.868 | 1.526 |
| Gewinn (Verlust) | (28) | (78) | (136) | (672) | (121) | 18 |
| Aktienkurs (in US$, Jahresende) | 2,30 | 2,03 | 5,33 | 3,36 | 6,26 | 12,35 |
| Beschäftigte | 12.800 | 14.200 | 16.300 | 20.800 | 24.455 | 10.638 |
Geschäftsführung
Management:
- Robert Dickery, CEO
- Maribel Wadsworth, Chief Transformation Officer
- Alison Engel, CFO
- Barbara Wall, CLO
- John Zidich, President, Domestic Publishing
- Jamshid Khazenie, CTO
- Andy Yost, CMO
- Henry Faure Walker, CEO, Newsquest Media
- David Harmon, CPO
- Kevin Gentzel, CRO
- Joanne Lipman, CCO
- Amber Allman, VP, Corporate Events & Communication
- Alex Meza, VP, Corporate Development
- Sharon Rowlands, CEO, ReachLocal
Aufsichtsrat:
- John Jeffrey Louis, Chairman
- Robert Dickey, Gannett
- Matthew W. Barzun
- John E. Cody, Broadcast Music, Inc.
- Stephen W. Coll, Graduate School of Journalism, Columbia University
- Donald Felsinger, Sempra Energy
- Lila Ibrahim, Coursera
- Larry Kramer, Gannett
- Tony Prophet, Salesforce
- Debra A. Sandler, LaGrenade Group
- Chloe Sladden, Twitter
Geschichte und Profil
1906 gründete Frank Gannett das Unternehmen mit dem Kauf der Lokalzeitung „Elmira Gazette“ im US-Bundesstaat New York. Schon damals war die wirtschaftliche Strategie erkennbar, durch die Gannett Co Inc. später zu Amerikas größtem Zeitungsverlag aufsteigen sollte. Er erwarb die „Gazette“ für 20.000 US-Dollar und das Verlust machende Konkurrenzblatt „Star“ gleich mit. Die Bildung lokaler Zeitungsmonopole war seine Devise. Bis zu seinem Tod im Jahr 1957 hatte Gannett 21 Zeitungen in vier Bundesstaaten gesammelt, vorwiegend Regionalblätter aus dem Staat New York. Sein Nachfolger Paul Miller (ab 1957 CEO; ab 1970 Vorsitzender des Verwaltungsrats) expandierte in wachsende Regionen, sogar bis nach Hawaii und Guam. 1991 besaß Gannett Co. Inc. 82 Tageszeitungen in den USA.
Mit dem Kauf der Firma Multimedia Inc. im Jahr 1995 für 2,3 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Dollar an die Aktionäre plus Übernahme von Unternehmensschulden) tätigte Gannett den bislang größten Zukauf seiner Firmengeschichte. Durch Multimedia Inc. verfügte Gannett über elf weitere Lokal- und Regionalzeitungen, fünf TV-Stationen und zwei Radiosender. In fünf US-Bundesstaaten war Multimedia außerdem Betreiber von Kabelnetzen, diese wurden im Sommer 1999 für 2,7 Milliarden Dollar in bar an Cox Communications verkauft.
1996 verkaufte Gannett sein Tochterunternehmen Louis Harris & Associates (Meinungsforschung) an die Gordon S. Black Corp. und veräußerte seine Außenwerbungs-Gesellschaften für 690 Millionen Dollar an Outdoor Systems. 2000 erwarb Gannett für 2,6 Milliarden Dollar die Zeitungskette Central Newspapers Inc. und zahlte 1 Milliarde Dollar für 21 Zeitungen der kanadischen Firma Thompson Corp.
Management
Seit Oktober 2011 ist Marjorie Magner Vorsitzende des Verwaltungsrats. Sie übernahm das Amt von Craig A. Dubrow, der aus gesundheitlichen Problemen aus dem Unternehmen ausschied. Dubrow war seit 1981 für Gannett Co. Inc. tätig und hatte zuletzt neben dem Posten des Chairman auch die Funktion des CEO inne.
Zum neuen CEO wurde Gracia C. Martore ernannt. Sie arbeitet seit 1985 für das Medienunternehmen und übernahm kontinuierlich neue Aufgaben (ab 2003 Chief Financial Officier CFO, ab 2010 Chief Operating Officer COO).
Die Veränderung in Gannetts Führungsetage kam nicht überraschend, denn neben den gesundheitlichen Problemen kämpfte Dubrow auch gegen sinkende Einnahmen und einen niedrigen Börsenkurs an. Seit dem Höchststand der Aktie von 91,00 US-Dollar im 2. Quartal 2004 verlor diese deutlich an Wert, erreichte 2009 ihren absoluten Tiefststand und erholte sich danach nur geringfügig (siehe Grafik). Für Kritik sorgte die hohe Abfindung in Höhe von 37 Millionen US-Dollar, die Dubrow in Zeiten von Massenentlassungen bei Gannett Co. Inc., erhielt. Auch scheint das an Dubrow für das Jahr 2011 ausgezahlte Gehalt – wie bei anderen internationalen Medienkonzernen – nicht an die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens gekoppelt zu sein, denn dieses stieg innerhalb von einem Jahr um rund 30 Prozent auf 12,3 Millionen US-Dollar
Geschäftsfelder
Zeitungen/Zeitschriften:
Gannett besitzt 82 Tageszeitungen in den USA, darunter USA Today, The Cincinnati Enquirer, The Des Moines Register, Army Times und Navy Times und ist somit die größte Zeitungskette der USA mit einer täglichen, insgesamt verkauften Gesamtauflage von ca. 7,2 Millionen Exemplaren. Des Weiteren gibt Gannett 800 US-Zeitschriften heraus.
Zum Portfolio von Gannett gehört auch die einzige „echte“ landesweite Zeitung der USA, deren internationale Ausgabe zu einem Stück Heimat für US-Bürger in aller Welt geworden ist, USA Today. USA Today, von Allen Neuharth 1982 mit dem Ziel gegründet, den farblosen, schlichten Blättern wie The Wall Street Journal oder The New York Times eine Alternative entgegenzusetzen, war jahrzehntelang die auflagenstärkste Zeitung in den Vereinigten Staaten. Heute ist die Zeitung mit rund 1,8 Millionen verkauften Exemplaren auf Platz 2 hinter dem zu Rupert Murdochs News Corp. gehörenden The Wall Street Journal (rund 2,1 Exemplare täglich) zurückgefallen. USA Today ist Fernsehen zum Lesen, oberflächlich, kurz und unaufdringlich. Der inhaltliche Schwerpunkt liegt auf nationaler Berichterstattung, auch wenn die Anzahl der Auslandskorrespondenten seit den 1990er Jahren erhöht wurde. Ein pro-amerikanischer Optimismus gepaart mit regierungskonformer Berichterstattung zeichnet USA Today aus.
Gannett versucht trotz der Anzeigenkrise die Aktionäre mit Kostensenkungen zufrieden zu stellen. Das Unternehmen hat deshalb die Redaktion von USA Today um rund fünf Prozent (100 Personen) auf 1900 Mitarbeiter verkleinert. Außerdem bestehen seit Ende 2013 täglich 12-14 Seiten in 35 Regionalzeitungen ebenfalls aus vereinheitlichen USA-Today-Inhalten.
Die Auflage von USA Today sank in den letzten Jahren deutlich. Gegenüber 2009 verkauft die Tageszeitung rund 430.000 Exemplare weniger. Grund dafür sind das veränderte Mediennutzungsverhalten (parallel zum Auflagenrückgang stiegen die Besucherzahlen des USA Today-Onlineauftritts) und die geringere Anzahl an Geschäftsreisen aufgrund der Wirtschaftsrezession in den Vereinigten Staaten.
Seit 1999 ist Gannett Co. Inc. auf dem britischen Pressemarkt aktiv. Begonnen hat der Diversifizierungsprozess mit dem Kauf der Newsquest Media Group. In den folgenden Jahren wuchs das britische Tochterunternehmen durch Zukäufe und zum Portfolio gehören heute 17 Tageszeitungen, 200 Zeitschriften und deren Onlineauftritte. Der Schwerpunkt liegt auf lokalen und regionalen Märkten in den Landesteilen England, Schottland und Wales.
Literatur
- Akhavan-Majid, Roya/Rife, Anita/Gopinath, Sheila (1991): Chain Ownership and Editorial Independence. A Case Study of Gannett Newspapers. In: Journalism & Mass Communication Quarterly, 68. Jg., Nr. 1-2, S. 59-66. DOI 10.1177/107769909106800107
- Brandt, J. Donald (1993): A History of Gannett. 1906-1993. Gannett Co.
- McCord, Richard (1996): The Chain Gang. One Newspaper Versus the Gannett Empire. Columbia: University of Missouri Press.
- Prichard, Peter (1987): The Making of a McPaper. The Inside Story of USA Today. Kansas City: Andrews, McMeel & Parker.

